In der Regel haben unsere Kunden bereits einen Hosting-Partner für ihre Domain(s), denn oft laufen darüber E-Mail-Konten oder es wurde eine Webseite erstellt, die nun lediglich ersetzt werden soll. Daher gehen wir erst einmal davon aus, dass ein solches Hosting weiterhin bestehen soll, damit z.B. nichts am E-Mail-Setup verändert werden muss.
Allerdings arbeiten wir für das tatsächliche Hosting der Website am besten mit einem virtuellen Server, auf den wir per SSH direkten Zugriff haben. Ein solcher virtueller Server wird oft von den gängigen Hostern nicht in der Form angeboten, die wir präferieren.
Ein virtueller Server lohnt sich bereits für kleinere Webseiten mit überschaubarem Besucheraufkommen. Abgesehen von der höheren Geschwindigkeit der Webseite ist vor allem die Tatsache, dass wir auch nach Live-Gang der Webseite flexibel und schnell neue Features einbauen und Änderungen an der Webseite vornehmen können, lohnenswert.
Die Lösung ist recht einfach: Wir verwenden einen virtuellen Server von Hetzner. Ein Vorteil ist, dass sowohl die Datencenter als auch der Firmensitz des Anbieters in Deutschland sind. Außerdem liegt der Preis für einen solchen Server deutlich unter 10 Euro pro Monat (zur Skalierbarkeit für Webseiten mit hohem Besucheraufkommen schreiben wir weiter unten mehr).
Um die Domain für diesen Server verwenden zu können, müssen lediglich DNS-Einträge einmalig geändert werden. Hierzu kann uns entweder temporär Zugang zum Hosting-Account beim bestehenden Provider gegeben werden oder wir leiten die DNS-Einträge weiter, die vorgenommen werden müssen.
Hier sind alle vier Varianten bezüglich Hosting aufgeführt. Varianten A, B und C sind zusätzlich mit Cloudflare kombinierbar.
Variante A: Der Kunde legt einen Account bei Hetzner an.
Dies ist die kostengünstigste Variante: Der Kunde legt ein Konto bei Hetzner an und gibt uns Zugang dazu (auch dieser Zugang kann temporär sein). Auf diesem Weg fallen lediglich die tatsächlichen monatlichen Server-Kosten an.
Variante B: Wir sind für den Server bei Hetzner verantwortlich.
Es ist auch möglich, dass wir uns komplett um den Server kümmern. In diesem Fall kommen noch moderate monatliche Bearbeitungsgebühren von unserer Seite hinzu.
Variante C: Ein virtueller Server des bestehenden Hosters wird verwendet.
Möglicherweise bietet der aktuelle Hoster des Kunden ebenfalls virtuelle Server an, die per SSH konfigurierbar sind (Achtung: Oft sind diese Lösungen teurer als die virtuellen Server bei Hetzner). Mit den entsprechenden Zugangsdaten können wir möglicherweise auch diesen Weg gehen. Der Aufwand muss von Fall zu Fall betrachtet werden und ist in jedem Fall höher als der Weg über den virtuellen Server von Hetzner.
Variante D: Kein virtueller Server, sondern das Shared Hosting des bestehenden Hosters wird verwendet.
Je nach Funktionsumfang der Website ist auch dieser Weg gangbar. Allerdings bietet uns Shared Hosting so gut wie keine Einstellungsmöglichkeiten. Daher kann es sein, dass viele Funktionen, die über den normalen Funktionsumfang einer rein informativen Website hinausgehen, nicht möglich sind. Auch die Flexibilität und Schnelligkeit bei Updates und Erweiterungen ist nicht mehr gegeben, da meist kein SSH-Zugriff möglich ist. Die Mindestanforderungen an ein Shared Hosting sind PHP 8 sowie der Zugang zu einer MySQL 8-Datenbank.
Bisher haben wir nur von dem Szenario gesprochen, dass die Domains per Änderung der A-Records in den DNS-Einträgen weitergeleitet werden. Tatsächlich verwenden wir für fast alle unserer Projekte Cloudflare. Cloudflare kann zusätzlich zu Varianten A, B und C als Layer zwischen dem Client und dem Server installiert werden und hat dabei viele Funktionen. Unter anderem bietet es einen Schutz vor DDoS-Angriffen, eine Firewall und Performance-Steigerungen durch die Verwendung eines CDN.
Basis-Schutz vor DDoS-Angriffen, bösartigen Bots und mehr
Beschleunigung der Website durch ein CDN (Content Delivery Network) und automatische Asset-Komprimierung
Einblicke in Besucher- und Bot-Verkehr auf der Website
DNS-Einträge können schnell und unkompliziert geändert werden (keine Verzögerung durch Anfragen und Warten beim Hoster)
Kostenlos (in der Basis-Version)
Für die Verwendung von Cloudflare müssen nicht die A-Records der Domain, sondern die Nameserver-Einträge geändert werden. Mit dieser Änderung werden automatisch alle bestehenden DNS-Einträge zu Cloudflare umgezogen, und spätere DNS-Einträge müssen von uns direkt in Cloudflare vorgenommen werden. Durch den automatischen Umzug der bestehenden DNS-Einträge ist gewährleistet, dass alle bisherigen Funktionen der Domain, z.B. die Mail-Konten, ohne Unterbrechung weiter funktionieren.
Nach unserer Erfahrung sind wir es meistens selbst, die Änderungen an DNS-Einträgen vornehmen müssen. Die Verwendung von Cloudflare hat deswegen den Vorteil, dass wir nicht für jeden Eintrag den Hoster anfragen müssen, um DNS-Änderungen vorzunehmen. Dies erspart Verzögerung und macht den Prozess deutlich schneller und unkomplizierter. Für die wenigen Fälle, bei denen es andersherum geht, nehmen wir selbstverständlich die DNS-Einträge innerhalb von kürzester Zeit vor.
Änderungen, die wir häufig vornehmen müssen, sind zum Beispiel:
Versenden von E-Mails: Beim Verwenden von Drittanbietern für das automatische Versenden von E-Mails (Postmark, Mailgun etc.) müssen verschiedene TXT-Einträge gemacht werden, damit die E-Mails nicht automatisch im Spam-Fach der Empfänger landen.
Analytics-Tools: Beim Einbinden von Analytics-Tools wie zum Beispiel Fathom muss man Domains ebenfalls über einen TXT-Record bestätigen.
Webseiten mit hohem Besucheraufkommen oder der Notwendigkeit von 99,999% Uptime lassen sich natürlich mit einem einzigen virtuellen Server für EUR 10 / Monat nicht bedienen. Aber unser Setup lässt sich beliebig skalieren. In kürzester Zeit können wir:
auf einen größeren Server mit mehr RAM, größerer CPU und mehr Webspace upgraden
Datenbank, Caching und Queues auf eigene Server auslagern
Einen Load Balancer für mehrere Applikations-Server anlegen
weitere individuelle Lösungen für ganz spezifische Probleme finden